Aal

Aal

Der Aal ist einer der geheimnisvollsten Fische unserer Gewässer. An reinen Forellenteichen schwimmt er selten, doch bei Sonderbesatz oder an Naturteichen ist er ein begehrter Fang für die Dämmerung.

Angler am Holzsteg beim Ansitz in der Abenddämmerung an einem Forellensee, Kescher im Vordergrund

Den Aal erkennst du sofort an seinem schlangenförmigen Körper und der glatten, schleimigen Haut. Weibchen werden über einen Meter lang, Männchen bleiben kleiner. Tagsüber steht er versteckt am Grund, in Wurzeln, Kraut oder Schlamm. Erst in der Dunkelheit geht er auf Raub und frisst Würmer, kleine Fische, Krebse und Schnecken.

Kaum ein Fisch hat eine so erstaunliche Lebensgeschichte. Der Aal ist katadrom, er lebt im Süßwasser, wandert zum Laichen aber ins Meer, genau andersherum als der Lachs. Zur Fortpflanzung schwimmt er tausende Kilometer bis in die Sargassosee westlich der Bermudas, laicht dort ein einziges Mal und stirbt. Seine Larven treiben ein bis drei Jahre mit dem Golfstrom zurück nach Europa, steigen als Glasaale die Flüsse hinauf und kehren nach zehn bis zwanzig Jahren als Blankaale wieder zu genau diesem Laichort zurück. Dieses Rätsel löste erst der Däne Johannes Schmidt, der 1922 die Sargassosee als Laichgebiet aufspürte.

So faszinierend der Aal ist, so bedroht ist er heute. Der Europäische Aal gilt als stark gefährdet, seine Bestände sind dramatisch eingebrochen. Deshalb ist das Angeln auf Aal in Nord- und Ostsee sowie im Brackwasser für Freizeitangler komplett verboten, dazu gelten feste Schonzeiten nach der EU-Aalverordnung. In den Binnengewässern regeln die Bundesländer Mindestmaße und Schonzeiten unterschiedlich. Mehr über den bedrohten Wanderfisch erfährst du beim BUND.

Am Forellenteich sieht die Sache anders aus. Als geschlossenes Privatgewässer gelten dort die Regeln des Betreibers, und der Aal kommt meist nur bei einem besonderen Sonderbesatz ins Wasser. Wo er schwimmt, zählt er zu den spannendsten Fängen überhaupt.

Geangelt wird der Aal fast immer nachts. Such dir eine warme, windstille Sommernacht und leg den Köder mit einer Grundmontage aus. Ein einfaches Tauwurmbündel fängt am besten, gute Dienste leisten auch Fischfetzen. Wähl die Montage robust, denn ein guter Aal wehrt sich zäh und flüchtet sofort in Kraut, Wurzeln oder Steine.

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Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
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